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| Liebe & Sexualität |
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Allein die Liebe
lässt den Menschen das Gefühl
der Isolation und Abgetrenntheit überwinden
und erlaubt ihm trotzdem er selbst zu sein
und seine Integration zu behalten.
In der Liebe kommt es zu dem Paradoxen,
dass zwei Wesen eins werden
und trotzdem zwei bleiben.
(Martin Buber) |
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| Um eine Klärung für den Begriff Liebe herbeizuführen, soll auf die Unterscheidung ihrer Wesenszüge hingewiesen sein: |
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| Liebe: Erotik- Sexualität- Agape |
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| Erotik: |
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Mit Eros (Erotik) ist die nach
Glück und Erfüllung
verlangende Liebe gemeint, die sowohl den körperlichen
wie den geistig-seelischen Bereich umschließt.
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| Sexualität: |
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Mit Sexus (Sexualität) bezeichnet man die
geschlechtliche Liebe.
Wie Sexualität der Erotik bedarf, um menschlich zu werden,
so bedarf die Erotik der Nächstenliebe,
um den anderen anzunehmen, so wie er ist. |
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| Agape: |
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Während Eros auf das "Liebenswerte" ausgerichtet ist, liebt die Agape auch den,
der nicht liebenswert oder sympathisch ist. |
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Indem der Mensch sich seiner selbst bewusst wird,
erfährt er die Ungesichertheit seiner Existenz,
eine tiefe Daseinsangst, die sich in der Frage ausdrückt,
ob seine individuelle Existenz von der Mitwelt gewünscht
und bejaht wird. |
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Martin Buber
(1878-1965), jüdischer Religionsphilosoph, stellt das fundamentale menschliche Bedürfnis der Liebe so dar: |
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"In seinem Sein bestätigt will der Mensch durch den Menschen werden und will im Sein des anderen eine Gegenwart haben.
Aus dem Gattungsbereich der Natur ins Wagnis der einsamen Kategorie geschickt, von einem mitgeborenen Chaos umwittert, schaut er heimlich und scheu nach einem JA des Seindürfens aus, das ihm nur von menschlicher Person zu menschlicher Person werden kann;
einander reichen die Menschen sich das Himmelsbrot des Selbstseins.
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| Die Bejahung der Existenz |
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durch eine andere Person oder der Mitwelt, verhilft zur Selbstliebe und zur Annahme und Bejahung der eigenen Existenz.
Zugleich wird in dem so Beschenkten die Fähigkeit zur Liebe gestärkt.
Im Verlangen sich aus der Erfahrung des Geliebtwerdens anderen Menschen zuzuwenden und mit ihnen verbunden zu sein, erweist sich einerseits seine Bedürftigkeit andererseits sein Reichtum.
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| In der Erzählung der Chassidim hören wir: |
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Ich aber verstand:
"Das ist die Liebe zu den Menschen,
ihr Bedürfen zu spüren und ihr Leid zu tragen."
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Die beiden Komponenten, die die Liebe kennzeichnen, drücken sich durch folgende Begriffe aus:
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| Mit dem Begriff |
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- "Sein - für" ist gemeint, dass der Liebende sich auf die Person des Geliebten ausrichtet, sein Interesse am Wohlergehen des anderen bekundet, und dafür eintritt, dass ihm alle Förderung zuteil wird.
- "Mit - sein" weist auf die Fähigkeit hin, als komplementäres Element der Liebe, sich in den anderen hineinversetzen zu können, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und das eigene Verhalten vom anderen her zu sehen und zu beurteilen.
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| Durch die Bezeichnung der Liebe als "Mit-sein" |
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trägt der Mensch auch den eigenen Bedürfnissen Rechnung, denn in der Liebe zum Anderen liegt auch das Wohlsein, das Glück der eigenen Person.
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Hier schwingt auch immer das Begehren und Verlangen nach der eigenen Lebenserfüllung mit. Es muss unterschieden werden zwischen Egoismus bzw. Egozentrik und der Selbstliebe. Gerade die christliche Liebe muss den zweiten Teil des Hauptgebotes der Liebe im Auge behalten.
Ebenso wichtig ist das zweite: |
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Nur wer sich auf den anderen einlässt, wer teilnimmt an seinem Leben, vermag das dem anderen zu geben,
was für ihn förderlich ist.
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| Wovon lebt der Mensch ? |
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In dem Buch "Krebsstation" von Alexander Solschenizyn,
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wird die Frage gestellt, wovon der Mensch lebt.
Eine der Antworten ist:
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Von der Liebe! |
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Die Tiefe einer Bindung
ist messbar an dem Schmerz,
den uns deren Verlust bereiten würde.
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| Die Bibel |
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erlaubt uns einen tiefen Blick in das Wesen der Liebe.
Am Beginn des Alten Testaments steht:
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- Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
Gen 1,27
- Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen, denn vom Mann ist sie genommen. Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch. Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.Gen 2,24
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| Gott hat den Fortpflanzungsakt |
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nicht kurz und langweilig gestaltet. ER hat ihn zum Höhepunkt der liebenden Beziehung erhoben. Wenn ein Mann und eine Frau sich an diesem Geschenk erfreuen und Gott dafür danken, dann geben sie Gott die Ehre.
Sich selbst vergessen, uns am Körper unseres Partners zu erfreuen, uns ganz hinzugeben, ohne Vorbehalte und Rückversicherung, das ist auch der Wille Gottes.
Die liebende Sexualität wird dann zu einem Lobpreis Gottes.
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| Im Hohenlied des Salomo lesen wir: |
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Wie schön bist du und wie reizend, du Liebe voller Wonnen!
Wie eine Palme ist dein Wuchs; deine Brüste sind wie Trauben.
Ich sage: Ersteigen will ich die Palme; ich greife nach den Rispen.
Trauben am Weinstock seien mir deine Brüste, Apfelduft sei der Duft
deines Atems, dein Mund köstlicher Wein, der glatt in mich eingeht, der Lippen und Zähne mir netzt. Ich gehöre meinem Geliebten und ihn verlangt nach mir.
Hld 7,7-11
Mein Geliebter ruht wie ein Beutel mit Myrrhe an meiner Brust.
Eine Hennablüte ist mein Geliebter mir aus den Weinbergen von En-Gedi. Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön. Zwei Tauben sind deine Augen. Schön bist du, mein Geliebter, verlockend.
Frisches Grün ist unser Lager
Hld 1,13-16
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| Das Geschenk der Liebe: |
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Eros - Sexualität - Agape
sind Gaben, die uns in der Menschlichkeit wachsen lassen.
Da, wo ich benutzt werde oder einen anderen Menschen benutze, da entstehen tiefe Wunden in der Seele. In den Augen Gottes sind wir kostbare Edelsteine und so sollen wir uns gegenseitig auch ansehen.
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| Obwohl der Sex |
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heute überall verherrlicht wird, gibt es wohl auf keinem anderen Gebiet soviel Missbrauch, Leid und Verletzungen!
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Die Gebote Gottes sind dazu bestimmt,
etwas Wertvolles zu schützen,
damit wir uns nicht gegenseitig zerstören.
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Gott ist die Liebe |
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Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße
und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles,
glaubt alles,
hofft alles,
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
1. Kor13, 1-8 |
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Buchempfehlung:
- Die Kunst des Liebens (Erich Fromm)
- Der wilde Mann ( Richard Rohr)
- Frosch trifft Prinzessin (Joshua Harris)
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| Weitere Informationen und Hilfen findest du hier: |
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