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| Mann |
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Der Mann, ein Sinnbild von Macht und Stärke?
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- Herrscher
- Sieger
- Eroberer
- Krieger
- Feldherr
- Oberhaupt
- Diktator
- Monarch
- General
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| Denn ohne Männer geht ja gar nichts. |
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Warum also jetzt erst die Männer?
Weil sie unauffällig sind,
weil sie eben nichts Besonderes sind, insofern,
als sie eben in unserem Selbstverständnis
kein "Fehler der Natur" sind,
sondern im Gegenteil:
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| Männer sind das Normalste, |
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die Norm,
an der sich alles messen lassen muss
nach der sich alle zu richten haben.
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Diese Sichtweise ist tief verwurzelt,
Jahrtausende alt,
zementiert auch durch
monotheistische Religionen
wie dem Judentum,
dem Islam und dem Christentum.
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Dennoch befindet sich diese Sichtweise und damit langsam aber sicher der Androzentrismus in Auflösung. |
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| Klar ist: |
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Auch Männer haben ein Geschlecht, sind genauso "unbekannte Wesen"
wie die Frauen - auch für sich selbst.
Und es tut Not und gut,
dass sich zunehmend mehr - Männer - mit ihrem eigenen Geschlecht auseinandersetzen,
- wissenschaftlich
- analytisch
- soziologisch
- hinterfragend
(Bundeszentrale für politische Bildung s.u. Männer in der Gesellschaft)
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| Eine eintägige Fachtagung |
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im Potsdamer Alten Rathaus zum Thema „Männer im Spannungsfeld der gegenwärtigen Sozialisation", initiiert von der Universität und der Sicherheitskonferenz Potsdam, widmete sich Ende Oktober unter der Leitung von Dr. Dietmar Sturzbecher aus dem Institut für angewandte
Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam ganz dem sogenannten
„starken Geschlecht".
"
Erzeugen, versorgen, beschützen"
lautete das traditionelle, kulturübergreifende Modell für Männlichkeit.
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War die abendländische Kultur
in den letzten 50 Jahren einem gravierenden Wertewandel unterworfen,
so zeigt sie nunmehr Brüchigkeit und
funktioniert gegenwärtig auch kaum noch in dieser Absolutheit. |
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| Konstant aber sei das Moment |
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der Aggression und der Gewalt geblieben, also die Verknüpfung von Kriminalität und Geschlecht.
Denn kulturell tief verwurzelte Verhaltensweisen änderten sich viel langsamer als die von den Medien vermittelten neuen Männerbilder, die junge Väter liebevoll mit ihren Kindern beschäftigt zeigen.
Prof. Dr. Kurt Möller, Hochschule für Sozialwesen Esslingen, entwickelte drei Säulen männlichen Selbstverständnisses und thematisierte das Phänomen maskuliner Machtausübung unter verschiedenen Aspekten. Die Geschlechterzugehörigkeit erwies sich immer als wesentlicher Schlüssel für die Analyse dieser Problemkreise.
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| Kriminalität, |
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vor allem Jugend- und Gewaltkriminalität, sei eindeutig eine Domäne des Mannes.
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| Düstere Statistiken erschweren den Glauben an Präventivmaßnahmen |
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Fast 90 Prozent aller Gewaltdelikte
in Deutschland gingen von Männern aus, jede sechste Frau sei im letzten Jahr von ihrem Lebenspartner einmal oder mehrere Male geschlagen worden. |
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| Oft sähen sich gerade junge Männer gezwungen, |
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Situationen zu schaffen, in denen sie ihr
„Mann-Sein" unter Beweis stellen können.
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| Dass die aktuellen Veränderungen |
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und Verunsicherungen innerhalb der Ordnung der Geschlechter, nicht zuletzt auch der veränderte Umgang mit Sexualität, die Kontrollfunktion sowie das Monopol des Mannes in Frage stellten und ihm entsprechende Reaktionen abforderten,
wies Dr. Karl Braun von der Humboldt-Universität zu Berlin in einem kulturhistorischen Abriss zur „Geschichte des Mannseins" nach:
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"...denn das, was gegenwärtig in Deutschland
„richtig männlich ist",
gibt wenig Anlass zur Hoffnung." |
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| Die biblischen Männergestalten |
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Männer in der Bibel - eine Vielfalt von Erfahrungen
Die Schwierigkeiten, zum Mann zu reifen, zeigen sich schon in der Bibel. Aber auch nach 2000 Jahren ist es für die Männer kein bisschen leichter geworden, zu sich selbst zu finden.
Können sie von Männerfiguren in der Bibel etwas lernen?
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| Als Mann hat Gott Adam geschaffen, |
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erfahren wir in der Schöpfungsgeschichte.
Aber erst als Eva an seine Seite trat, erwachte Adam zum Mann
und schwächelte sogleich.
Denn als Gott ihn fragte, ob er die Früchte vom verbotenen Baum der Erkenntnis gegessen habe, antwortete Adam:
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"Die Frau, die du mir beigestellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben,
und so habe ich gegessen".
Gen 3,12
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| Gleichwohl fühlt sich Adam mit Eva eins |
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und versöhnt mit seiner "Anima",
so nennt der Psychoanalytiker C. G. Jung
die weibliche Komponente,
die zum Wesen jedes Mannes gehört.
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Im Fortgang der Bibel
treffen wir immer wieder auf Männer, die erst durch Schwächen die Botschaft Gottes erfahren und zu ihren Stärken finden.
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Abraham
Abraham wäre an seiner familiären Vaterrolle gescheitert; aber für sein Volk wurde er doch zu einer Vaterfigur; sogar in einer anderen monotheistischen Religion spielte er später diese Rolle: dem Islam. |
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| Mose |
Mit der göttlichen Offenbarung am Dornbusch nahm sein Leben eine Wende: Vom Flüchtling wurde Mose zur Führungsfigur und zum Sprachrohr Gottes. |
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| David |
Er war ein Führer wie aus dem Bilderbuch, tapfer im Kampf, künstlerisch begabt, klug und schön. Doch er missbrauchte seine Macht. Erst der späte David ist ein anderer: reifer, weiser und demütiger. |
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| Der bekannte katholische Theologe und Philosoph Anselm Grün stellt in seinem neuen Buch "Kämpfen und lieben" 18 Männer aus dem Alten und Neuen Testament als Archetypen vor, wie z.B.: |
- Abraham als Pilger
- Isaak als Vaterlosen
- Mose als Führer,
- David als König
- Petrus als Fels
- Paulus als Missionar
- Johannes den Täufer als wilden Mann
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| und schließlich: Jesus, der alle Archetypen in sich vereint! |
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Aus ihren Lebensgeschichten |
leitet Anselm Grün psychologische Schlussfolgerungen ab,
die heutigen Männern bei ihrer Identitätsfindung helfen sollen.
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| Die biblischen Männer |
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setzen dem Entweder-Oder eine Vielfalt entgegen.
Manche wachsen an großem Leid, andere machen einen verhängnisvollen Irrtum.
Eine der widersprüchlichsten Figuren ist Judas, der vom ehrgeizigen Jünger zum Verräter Jesu wurde. Aus dem Zweifel heraus, ob Jesus tatsächlich der Messias sei, forderte er ein Wunder heraus. Doch Jesus starb am Kreuz den Märtyrertod - und Judas erhängte sich.
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| Judas |
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steht für all diejenigen, die sich aus den Ketten von Zwängen und Ängsten nicht befreien können. Ein klassisches und modernes Männerschicksal!
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| "Es gibt zwei Bilder vom Mann, die sein Wesen verfälschen", |
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sagt Anselm Grün.
Bilder, die an Vereinfachung kranken, weil sie nur
ein Entweder-Oder zulassen:
Kämpfer oder Empfindsamer.
Das Klischee "Macho vs. Softie" entspricht dem.
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Wurden Männer früher zu Kämpfern und Soldaten erzogen,
so dürfen sie seit dem Ende der 80er-Jahre
endlich mal weinen,
und in Selbsthilfegruppen Probleme rauslassen! |
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...aber schon spöttelt es aus den eigenen Reihen: Warmduscher! |
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Buchtipps: |
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- Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden.
(Anselm Grün, Vier-Türme-Verlag)
- Männer sind anders. Frauen auch. (John Gray, Goldmann)
- Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. (
Allan & Barbara Pease)
- Der wilde Mann (Richard Rohr /Claudius)
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Zum Weiterlesen:
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In der Zeitschrift "Die Zeit" kannst du weiterführende Artikel lesen:
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| Weitere Informationen und Hilfen findest du hier: |
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